Blogbeitrag:

Warum weiß ich nicht, was ich beruflich will?

Die Wahrheit über Orientierungslosigkeit, über die niemand spricht.

Du sitzt montagmorgens im Auto auf dem Weg zur Arbeit. Im Radio läuft deine Lieblingsmusik, doch du nimmst sie kaum wahr. Stattdessen kreisen deine Gedanken wieder um dieselbe Frage, die dich schon seit Monaten begleitet: „Kann das wirklich alles gewesen sein?“

Vielleicht kennst du genau diesen Moment. Du blickst aus dem Fenster, stehst im Stau oder läufst vom Parkplatz ins Büro und spürst dieses unangenehme Ziehen in deiner Brust. Es ist nicht so, dass du deinen Job hasst. Du verstehst dich mit deinen Kollegen, dein Gehalt ist in Ordnung und objektiv betrachtet gibt es keinen Grund, unzufrieden zu sein. Trotzdem fühlt sich jeder Arbeitstag schwer an. 

Am meisten belastet dich dabei wahrscheinlich nicht einmal dein Job. Es ist dieses Gefühl, keine Antwort auf die wichtigste Frage zu haben:

„Was will ich eigentlich wirklich?“

Und genau diese Frage macht vielen Frauen mehr Angst als ihr ungeliebter Job selbst.

Denn solange du nicht weißt, wohin du möchtest, bleibt dir scheinbar nur eine Möglichkeit: dort zu bleiben, wo du gerade bist. Also funktionierst du weiter. Du gehst zur Arbeit, erledigst deine Aufgaben und redest dir ein, dass diese Phase bestimmt irgendwann vorbeigeht. Vielleicht wird das nächste Projekt spannender. Vielleicht bringt die nächste Beförderung wieder Motivation. Vielleicht brauchst du einfach nur Urlaub.

Doch tief in dir weißt du längst, dass es nicht nur eine Phase ist.

 

Warum wissen alle anderen, was sie wollen, nur ich nicht?

Diese Frage hat mich viele Jahre begleitet.

Ich erinnere mich noch gut an einen Kollegen, mit dem ich mich in der Mittagspause unterhalten habe. Er erzählte ganz selbstverständlich von seinem Plan. Erst den Bachelor abschließen, danach den Master machen, anschließend ins Controlling wechseln und irgendwann eine Führungsposition übernehmen.

Er sprach darüber mit einer Klarheit, die mich tief beeindruckte. Nicht, weil ich seine Ziele unbedingt teilen wollte, sondern weil ich mir genau dieses Gefühl gewünscht habe. Dieses sichere Wissen: „Das ist mein Weg.“

Heute hat er genau das erreicht. Er ist Führungskraft geworden und ich freue mich ehrlich für ihn.

Damals ging ich jedoch nach diesem Gespräch nach Hause und dachte nur: Warum kann ich das nicht? Warum scheinen andere Menschen genau zu wissen, wohin sie wollen, während ich nur weiß, dass ich so nicht weitermachen möchte?

Ich hatte keine Antwort.

Ich wusste nur, dass ich morgens nicht gerne zur Arbeit ging. Ich wusste, dass ich mich ständig ausgelaugt fühlte. Ich wusste, dass ich immer häufiger das Gefühl hatte, meine Lebenszeit zu verschwenden.

Aber ich wusste eben nicht, was ich stattdessen wollte und genau das hat mich verzweifeln lassen.

 

Orientierungslosigkeit bedeutet nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt

Wenn wir nicht wissen, was wir wollen, suchen wir den Fehler oft bei uns selbst. Vielleicht hast du auch schon gedacht:

„Warum schaffen das alle anderen, nur ich nicht?“

„Vielleicht bin ich einfach zu undankbar.“

„Vielleicht erwarte ich zu viel vom Leben.“

„Vielleicht bin ich einfach nie zufrieden.“

Diese Gedanken sind unglaublich belastend, weil sie das eigentliche Problem verschleiern.

Denn die Wahrheit ist:

Die meisten Menschen wissen gar nicht so genau, was sie wirklich wollen.

Viele treffen irgendwann eine Entscheidung und gehen diesen Weg weiter. Sie studieren, weil sie gute Noten hatten. Sie bleiben im Unternehmen, weil sich dort Chancen ergeben. Sie werden befördert, weil es der nächste logische Schritt ist.

Von außen wirkt das wie absolute Klarheit, aber von innen sieht es oft ganz anders aus.

Wir vergleichen unsere unsichere Innenwelt mit der scheinbar perfekten Außenwelt anderer Menschen. Diesen Vergleich können wir nur verlieren.

 

Was du tun kannst, um wieder Klarheit zu finden

Der Weg zurück zu dir beginnt nicht damit, dass du sofort deinen perfekten Traumjob findest.

Er beginnt damit, dass du wieder eine Verbindung zu dir aufbaust.

 

1. Erlaube dir, die Gefühle anzunehmen, die gerade da sind

Viele versuchen, dieses Gefühl von Unzufriedenheit sofort wegzudrücken.

Sie sagen sich: Ich sollte doch dankbar sein. Andere wären froh über meinen Job. Ich kann doch nicht einfach alles hinschmeißen.

Doch deine Gefühle verschwinden nicht, nur weil du sie ignorierst. Deswegen ist der erste Schritt deine Gefühle und Gedanken anzunehmen und zu akzeptieren wie sie sind. 

Nimm dir Zeit, ehrlich hinzuschauen:

Was genau fühlt sich gerade nicht mehr richtig an?
Was fehlt dir in deinem Alltag?
Wann fühlst du dich wirklich lebendig?
Was würdest du tun, wenn niemand eine Meinung dazu hätte?

 

2. Stelle dir die richtigen Fragen

Klarheit entsteht selten durch Grübeln. Sie entsteht durch ehrliche Selbstreflexion. Denn wenn du akzeptiert ist was da ist, hast du wieder Platz und Energie offen zu überlegen wer du bist und was dir wirklich Spaß macht. Deshalb reflektiere: 

Was gibt mir Energie?
Welche Aufgaben machen mir wirklich Freude?
Welche Fähigkeiten nutze ich gerne?
Welche Werte sind mir in meinem Leben wichtig?
Wie möchte ich mich in meinem Alltag fühlen?

Denn dein perfekter Weg beginnt nicht mit einer Berufsbezeichnung. Er beginnt mit einem Verständnis dafür, wer du bist und was zu dir passt.

 

3. Triff jeden Tag kleine Entscheidungen für dein neues Leben

Viele warten darauf, dass irgendwann der große Moment kommt. Das du einen Blitzgedanken hast, die absolute Klarheit um endlich die eine Entscheidung zu treffen. Veränderung entsteht nicht durch eine große Entscheidung, sondern durch viele kleine. 

Jedes Mal, wenn du auf deine Bedürfnisse hörst.
Jedes Mal, wenn du etwas ausprobierst.
Jedes Mal, wenn du einen Schritt außerhalb deiner Komfortzone gehst.

Du baust dadurch wieder Vertrauen in dich selbst auf.

Du beweist dir, dass du dir und deinem Weg vertrauen kannst und zusätzlich durch neue Erfahrung auch herausfindest, was wirklich zu dir passt. 

 

Wenn du dich in diesem Artikel wiedergefunden hast und das Gefühl hast, dass du nicht länger nur grübeln, sondern endlich Klarheit gewinnen möchtest, dann lade ich dich herzlich zu meinem kostenlosen Clarity Call ein.

In diesem Gespräch geht es nicht darum, dir zu sagen, welchen Job du kündigen oder welchen Beruf du wählen sollst. Es geht darum, gemeinsam herauszufinden, warum du dich gerade so fühlst und welche Richtung wirklich zu dir passt.

Du musst deinen Weg nicht heute komplett kennen. Aber du darfst heute den ersten Schritt gehen. Und manchmal beginnt genau dieser Schritt mit einem ehrlichen Gespräch.